Nachhaltigkeit – Müll richtig trennen

Nachhaltigkeit – Müll richtig trennen

 

Als wir letztes Jahr  umgezogen sind, haben wir von der Stadt ein Heft bekommen, wo alles zur Mülltrennung drin steht. In unser alten Wohnung in Hamburg gab es quasi keine Mülltrennung. Für 12 Wohneinheiten gab es zwei schwarze Tonnen wo alles rein kam. Vom Gelben Sack bis zum Biomüll.
In unser neuen Wohnung gibt es für 12 Wohneinheiten fast 20 Mülltonnen. Jeder Haushalt hat seine eigene schwarze Tonne für den Hausmüll und dann gibt es noch mehrere Tonnen für Papier- und Biomüll. Das haben wir dann auch erstmal so getrennt, bis ich mir vor ein paar Monaten das Heft durchgelesen habe.
Dort drin wird alles super beschrieben und seit dem haben wir auch den Gelben Sack in unseren Haushalt integriert. Etwas spät, aber besser so als gar nicht.

 

Deutschland produziert nach Dänemark in Europa den meisten Müll. Durchschnittlich fallen 626 kg Müll von jedem Einwohner in einem Jahr an. Allerdings haben wir auch mit 66,1% die höchste Recyclingquote. Nur weiß man nicht, ob davon auch alles wiederverwertet wird, da der Müll bei der Vorsortierung gezählt wird, aber nicht ob dieser jetzt wirklich recycelt wurde oder doch in der Verbrennungsanlage gelandet ist.
Das unsere Recyclingquote so hoch ist, liegt aber auch daran, dass wir ein sehr ausgeprägtes Müllsystem haben.
Das wir allerdings bei den Bergen aus Müll die wir produzieren, auch brauchen. Von 2005 bis 2016 ist unser Siedlungsabfall um 11% gestiegen. Die Müllproduktion hat sich im Vergleich dazu in der EU im Durchschnitt um 4% verringert.

 

„Wenn die Wirtschaft brummt, brummt der Konsum und wenn wir mehr konsumieren, erzeugen wir mehr Abfall.“
IW-Expertin Adriana Neligan

 

Trotz der hohen Recyclingquote kann man nicht genau sagen, wie viel am Ende wirklich recycelt wird. Deshalb ist es am wichtigsten so wenig (Plastik)Müll wie möglich zu erzeugen und das man seinen Müll richtig trennt. Damit überhaupt die Möglichkeit besteht, dass man recyceln kann und zum Schluss nicht alles im Hausmüll und der Verbrennungsanlage landet.

 

 

Aber was passiert überhaupt mit unserem Müll ?

 

Hausmüll

Der Hausmüll muss seit 2005 entweder thermisch oder mechanisch-biologisch behandelt werden. Die thermische Behandlung ist die Müllverbrennung bei der Fernwärme und auch Strom produziert werden. Bei der Verbrennung fallen Schlacke an, die z.B. anschließend im Straßenbau verwendet werden. Die mechanisch-biologische Behandlung  ist kein eigenständiges Entsorgungsverfahren. Hier werden die Restabfälle in unterschiedliche Fraktionen z.B. Metall, Kunststoff, Papier usw. unterteilt und weiter für die Verwertung oder Beseitigung aufbereitet.

 

Bioabfall

Der Bioabfall wird in eine Kompostieranlage gebracht. Dort müssen zunächst alle Fremdstoffe die in den Bioabfall gelangt sind, aussortiert werden. Danach wird der Abfall in Kompostmieten kompostiert. Bei der Verrottung entwickeln sich in den Mieten Temperaturen von über 70 Grad, so dass der Kompost hygienisiert wird.
Der fertige Kompost kann zur Bodenverbesserung, zur Düngung und als Mischkomponente für den vorhandenen Boden verwendet werden.

 

Gelber Sack

Der Gelben Säcke werden zuerst in eine Sortieranlage gebracht. Dort werden sie aufgerissen und auf einem Fließband von Sortiermaschinen in die einzelnen Werkstoffgruppen aufgeteilt. Danach erfolgt noch eine Nachsortierung per Hand. Die verschiedenen Werkstoffgruppen werden in Großballen gepresst und zur Weiterverarbeitung an die Verwertungsbetriebe weitergegeben. Dort sollten sie dann recycelt werden, was leider nicht immer der Fall ist. Oft landet nämlich auch der Müll aus dem Gelben Sack in den Verbrennungsanlagen.

 

Altpapier

Das Papier wird in eine Sortieranlage gefahren und dort in drei verschiedene Stoffgruppen sortiert: Pappe, Papier und Papier von Zeitschriften/Katalogen. Danach werden die Stoffgruppen in Großballen gepresst und an die Verwertungsbetriebe abgeben. Aus dem Altpapier können so neue Produkte wie z.B. Recyclingpapier, Kartons, Tapeten, Papiertücher und Toilettenpapier hergestellt werden.
Bei dem Recycling von Papier wird Holz eingespart, dreimal weniger Energie und weniger Wasser verbraucht, als bei der Herstellung von neuem Papier aus Holz.

 

Altglas

Das Weiß- und Buntglas wird in großen Sammelfahrzeugen in die Glashütte gebracht, wo es dann recycelt wird.
Beim Recyceln von Glas ist es besonders wichtig, dass das Glas richtig getrennt wird. Denn nur eine einzige grüne Flasche im Weißglas färbt 500kg grünlich ein. Genauso entfärbt Weißglas das Buntglas. So können 500 kg nicht wieder verwertet werden. Aber auch Fremdwürfe wie z.B. Keramik, Glühbirnen usw. machen das Glas unbrauchbar.

 

Sondermüll

Neben all diesen Müllsorten gibt es auch noch den Sondermüll. Dazu gehören z.B. Batterien, Korken, Asbest, Mineralwolle und CDs, CD-ROMs und DVDs. Wie diese entsorgt werden, könnt ihr einfach googlen.

 

Was mit dem Müll genau passiert unterscheidet sich allerdings immer etwas von Ort zu Ort.

 

Ich habe eine PDF Datei zum downloaden mit einer Tabelle erstellt, die zeigt, welcher Müll denn jetzt genau wo rein kommt. Wenn man mal etwas nicht so genau weiß, kann man das auch ganz einfach googlen. Und es gibt auch die Möglichkeit seinen Müll zu einer Mülldeponie zu bringen, dort wird einem dann ganz genau gesagt wo was hinkommt.

 

Download Anleitung zur Mülltrennung

 


 

Quellen:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/entsorgung/mechanisch-biologische-behandlung
https://www.deutschlandfunk.de/deutschland-und-sein-muell-getrennt-geordnet-aber-nicht.724.de.html?dram:article_id=394419
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/abfall-in-deutschland-die-muellberge-wachsen-weiter-15548309.html



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