Interview – Nachhaltigkeit auf Reisen mit @rebeccachelbea

Interview – Nachhaltigkeit auf Reisen mit @rebeccachelbea


Ich möchte gerne, sowohl auf meinem Instagram Account als auch auf meinem Blog, noch mehr Mehrwert bei dem Thema Nachhaltigkeit bieten. Deswegen habe ich verschiedene inspirierende Menschen, die sich auch mit unser Umwelt auseinandersetzten, gefragt, ob sie Lust auf ein Interview haben. Die Interviews werden sich in den ersten Fragen immer um die gleichen Fragen gehen und werden am Ende dann nochmal spezifischer. So haben wir zum Beispiel heute ein Interview über Nachhaltigkeit auf Langzeitreisen mit der lieben Rebecca.



Das Interview


Hallo Rebecca! Ich freue mich riesig, dass du dabei bist und dein Wissen ein bisschen mit uns teilen möchtest. Stell dich doch einmal kurz vor. Was machst du zur Zeit und wer bist du überhaupt ?


Hallo! Mein Name ist Rebecca, ich bin 27 Jahre alt und reise im Moment mit meinem Freund und unserem Van durch Neuseeland. Sonst bin ich eine Selbstliebeaktivistin, weil ich glaube, dass das der Schlüssel zu mehr Liebe im Allgemeinen ist. Also sprich auch zu unseren Mitmenschen, ein liebevolles umgehen mit Tieren und auch unser Umwelt



Wie bist du denn auf das Thema Nachhaltigkeit gekommen ?


Das erste Mal mit dem Thema hab ich mich auseinandergesetzt als ich für 1,5 Jahre alleine durch Südamerika gereist bin. Dort war ich ganz viel schnorcheln und mir ist einfach aufgefallen, dass im Meer mehr Plastik als Fische geschwommen sind. Den Moment brauchte ich auf jeden Fall, um selber ins Handeln zu kommen.



Was bedeutet das Thema Nachhaltigkeit für dich ?


Nachhaltigkeit bedeutet für mich, dass man seine Umwelt nicht ausbeutet, sondern im Einklang mit ihr agiert und Ressourcen schätzt.



Was fällt dir persönlich noch schwer oder auch leicht umzusetzen ?


Ich meditiere und mache regelmäßig Yoga, was mir auch hilft, nachhaltig mit meinen Gedanken umzugehen. Was ich auch sehr wichtig finde. Mein persönliches Dilemma ist das Fliegen. Das fällt mir auch jeden Fall am schwierigsten. Ich habe es schon sehr reduziert, aber es ist auf jeden Fall noch aktuell. Wenn mein Freund und ich irgendwann zurück nach Europa gehen, wollen wir uns einen eigenen Van kaufen. So können wir Europa erkunden ohne zu fliegen.



Was war das Allererste, das du umgestellt hast ?


Ich war ja in Mexiko unterwegs und habe dort angefangen, Plastik aus dem Meer zu holen. Danach war ich in Costa Rica, wo ich in einem Hostel gearbeitet habe und dort Beach Clean ups organisiert habe. Sonst habe ich immer meine Wasserflasche dabei, benutze einen Metallstrohalm und einen Jutebeutel. Die Dinge hab ich einfach ersetzt und man darf dann nur nicht vergessen, diese auch mitzunehmen. Seit zwei Jahren kaufe ich auch kein Fast Fashion mehr. Ich gehe nur noch zu Secondhand-Shops oder kaufe meine Klamotten fair und ich ernähre mich zu 90-95% vegan.



Wie haben deine Freunde und Familie darauf reagiert oder wie gehst du damit um, wenn jemand dir versucht, dir das auszureden oder schlecht zu reden wofür du dich einsetzt ?


Ich bin ein sehr toleranter und verständnisvoller Mensch und das erwarte ich mir auch von meinem Umfeld. Ich verurteile niemanden und möchte auch nicht verurteilt werden. Ich hab das natürlich nicht in der Hand, aber kommuniziere das klar und deutlich. Es brauch niemand leben, so wie ich es tue, aber ich möchte einfach den Raum haben, um mich zu entfalten und brauche niemanden der mich einschränkt.



Würdest du dich im Supermarkt eher für den Bioapfel in Plastik oder den koventionellen Apfel ohne Plastik entscheiden ?


Ja, das sind so Fragen, die zerbrechen einem den Kopf und find ich ein bisschen schwierig zu beantworten. Ich glaube das Beides nicht die richtige Lösung ist.



Wenn wir ab morgen ein Gesetz für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz haben würden, was für ein Gesetz würdest du dir wünschen ?


Ich würde mir auf jeden Fall das Gesetz wünschen, dass wir im Einklang mit der Umwelt handeln und nicht nur aus Profit.



Was für Tipps hättest du denn für jemanden, der gerade noch ganz am Anfang steht und sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt und noch nicht genau weiß, wie und wo er anfangen soll ?


Sich nicht in dieser Opferrolle zu verlieren. Das mach man am Anfang besonders gerne, dass man da so einen Weltschmerz hat und man das Gefühl hat eh nichts tun zu können. Da sollte man einfach anfangen, seine Handlungen zu ändern und sich nicht selber in die Opferrolle zu spielen. Einfach Schritt für Schritt seine eigene Welt zu verändern. Heute ist das vielleicht nur der Kaffeebecher und morgen der Jutebeutel und vielleicht nimmst du beim nächsten Mal doch lieber den Zug als den Flug. Und so entwickelt sich halt ein nachhaltiges Verhalten. Praktische Tipps sind glaub ich super solche Challenges z.B. 30-Tage-Vegan-Challenge oder eine Kein-Plastik-Challenge. Oder sich eben Schritt für Schritt ran zu tasten.



Was motiviert dich denn, dein Leben und deine Tipps hier auf Instagram zu teilen ?


Ich glaub, dass ich immer schon etwas anders gewesen bin und bin gegen den Strom geschwommen. Früher habe ich mich immer so alleine gefühlt und dachte, dass ich viele Schwächen habe. Aber letztendlich hat sich heraus gestellt, dass all diese Schwächen meine Stärken sind. Ich hätte mir damals einfach so ein Vorbild gewünscht, dass mir zeigt, dass diese Eigenschaften auch Stärken sein können. Ich motiviere und inspiriere Menschen einfach super gerne, ihr ehrlichstes Ich zu sein.



Was für einen Wunsch hast du für die Zukunft von unserem Planet ?


Für die Zukunft unseres Planeten wünsche ich mir mehr Liebe und Verständnis und weniger Leid und Ignoranz.



Wie versucht du denn auf deinen Reisen nachhaltig zu handeln ?


Für mich als Langzeitreisende achte ich darauf, dass ich an einem Ort oder Land so lange wie möglich zu bleibe und mich dort nur am Boden bewege. Und dann natürlich noch so Sachen, wie meinen Plastikkonsum zu minimieren, Müll zusammen und all die Dinge, die ich vorhin schon angesprochen habe.



Was hast du denn durch das Reisen über unsere Umwelt, Nachhaltigkeit und dich selber gelernt ?


Das Reisen hat mich mehr gelehrt, als jedes Buch und jede Schule. Ohne das Reisen wäre ich nicht der umweltbewusste Mensch, der ich heute bin. Außerdem hat mir das Reisen auch gelehrt, dass ich eins mit all dem bin, was mich umgibt. Das ich die Welt nicht ausbeuten und glücklich sein kann.



Wie hat dein Freund darauf reagiert, dass du dich mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt hast und dich auch vegan ernährst ?


Das Schöne an unser Beziehung ist, dass wir leben und leben lassen. Das Wichtigste, dass wir gemeinsam haben, ist, dass wir sehr viel Verständnis haben. Jeder kann seinen Weg gehen und wir können uns gegenseitig inspirieren, aber es ist kein muss. Er lebt sein Leben und er lebt sein Leben. Ich entwickle mich als Individuum und er auch. Und wir entwickeln uns auch als Paar. Aber ich habe auch gemerkt, dass bei ihm sehr viel passiert ist. Er ist mittlerweile kein Fleisch mehr, was echt krass ist. Ich predige eben nicht, sondern lebe nur vor. Er war ein Markenklamottenfreak und jetzt geht er mit mir Secondhand shoppen. Das sind dann schon so Sachen, die mich freuen.



Was würdest du dir denn für die Zukunft wünschen, um das Reisen noch nachhaltiger zu gestalten ?


Ich würde das Zugfahren und das Zugnetz attraktiver, unkomplizierter und günstiger gestalten. Dann würde ich Einwegplastik und grundsätzlich alle Einwegprodukte verbannen. Außerdem würde ich Unverpacktläden zur Regel machen. Und Nachhaltigkeit als Teil des Stundenplans in Schulen unterrichten, weil Kinder unsere Zukunft sind. Ich glaube, dass da der richtige Ansatz ist.



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